Förderung für Vogelsberger Kultur- und Geschichtsverein: Antisemitisches Objekt wird mit Sensibilität präsentiert

Förderung für Vogelsberger Kultur- und Geschichtsverein: Antisemitisches Objekt wird mit Sensibilität präsentiert

Landrat Dr. Jens Mischak und Sparkassen-Chef Ulrich Kaßburg überreichen symbolischen Scheck

 

Schotten, im Juni 2026. Der Vogelsberger Landrat Dr. Jens Mischak übergab gemeinsam mit Ulrich Kaßburg, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberhessen und geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung, die 2.700 Euro Fördermittel an den Vogelsberger Kultur- und Geschichtsverein. Mit der Unterstützung wird ein außergewöhnliches Objekt im Museum des Vereins der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Es handelt sich um eine antisemitische Figur vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Weiterhin wird im Schottener Museum ein an das Schicksal jüdischer Bürger gemahnender Stolperstein gezeigt.

 

„Es ist von großer Bedeutung, dass historische Objekte, die schwierige Kapitel unserer Geschichte berühren, behutsam, aber sichtbar präsentiert werden“, erklärt Dr. Jens Mischak. „Die Förderung ermöglicht es dem Verein, den Besuchern einen differenzierten Blick auf die Vergangenheit zu geben und Antisemitismus verständlich und einprägsam zu machen.“

 

Die antisemitische Holzfigur ist Anfang des 20. Jahrhunderts in Oberhessen entstanden und mit verbürgter Provenienz in die Museumssammlung gelangt, was eher selten der Fall ist. Sie wird in einer satinierten Vitrine gezeigt, die durch einen fünf Zentimeter breiten Schlitz auf der Seite die kritische Distanz des Museums zum Objekt signalisiert, sie in ihrem stereotypen antisemitischen Gehalt jedoch klar erkennbar werden lässt. Flankiert wird sie von Texten zur Definition von Antisemitismus und dem Phänomen des „visuellen Antisemitismus“. Die Präsentation erfolgt nach ausführlichen Gesprächen innerhalb des Vereins sowie auf Basis in der Museologie entwickelter Kriterien auf der Höhe der momentanen Diskussion um die Präsentation von Antisemitika, um das Bewusstsein für Antisemitismus zu schärfen.

 

Das zweite neue Ausstellungsstück ist ein Stolperstein – Teil eines dezentralen Kunstprojektes des Künstlers Gunter Demnig, das an Menschen erinnert, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert oder ermordet wurden. Der Stolperstein wird auf einer Stele mit entsprechender Beschriftung im Raum Stadtgeschichte präsentiert, sodass Besucherinnen und Besucher die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus nachvollziehen können.

 

„Wir freuen uns, dass wir die kulturelle Arbeit des Vereins unterstützen und so einen Beitrag zur Vermittlung von Geschichte leisten können“, betont Ulrich Kaßburg. „Das Museum zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist, Geschichte erfahrbar zu machen und Lernprozesse für die Gegenwart anzuregen. Projekte wie dieses leisten einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft.“

 

Dr. Jutta Kneißel vom Vogelsberger Kultur- und Geschichtsverein dankte herzlich für die Förderung: „Dank der Unterstützung der Stiftung der Sparkasse Oberhessen können wir unsere Sammlung verantwortungsvoll präsentieren und den Besucherinnen und Besuchern einen Ort bieten, der zum Nachdenken anregt. Wir schätzen das Vertrauen und die Wertschätzung, die uns damit entgegengebracht werden.“

 

Mit der Förderübergabe setzt die Stiftung ein Zeichen für die Bedeutung von Erinnerungskultur und sensibler Vermittlung historischer Inhalte. Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie lokal engagierte Vereine und finanzielle Unterstützung zusammenwirken, um Geschichte lebendig und lehrreich zu gestalten.

 

Bildunterschrift

Landrat Dr. Jens Mischak (von links nach rechts) und Sparkassendirektor Ulrich Kaßburg übergeben symbolisch 2.700 Euro an Dr. Jutta Kneißel vom Vogelsberger Kultur- und Geschichtsverein sowie die beiden Kuratoren Kirsten Hauer und Friedhelm Krause

 

Foto: Sparkasse Oberhessen

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