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Sieben Ausreden, um nicht fürs Alter vorzusorgen

eingestellt von Eric Zimdars am 3. Januar 2018

Ökonomen haben ja für fast alles eine Erklärung. Auch dafür, warum Menschen das Thema Altersvorsorge auf die lange Bank schieben. Das, so die Experten, liege an der „Minderschätzung des künftigen Konsums“. Will sagen: Was ich heute kaufen kann, verschafft mir sofort Befriedigung. Dagegen kommt der Konsum nächste Woche, nächstes Jahr und in drei Jahrzehnten erst einmal nicht an. Darum wurde der Zins erfunden. Der entschädigt uns fürs Warten. Dennoch fallen Sparern in der Praxis neben unmittelbarer Konsumlust noch einige andere Ausreden ein, die Vorsorge aufzuschieben:

1. Ich habe kein Geld.

Ihr Berater würde antworten: „Schön, dass Sie so ehrlich sind. Lassen Sie uns gemeinsam etwas dagegen tun.“ Oft führt der Weg zum regelmäßigen Ansparen übers Einsparen. Und zwar bei den laufenden Ausgaben – für Internet, Handy, Coffee to go. Faustregel für die Höhe der Sparraten: Zehn Prozent vom Nettoeinkommen sollten in die Altersvorsorge gehen. Zum Beispiel in einen Fondssparplan. Ab 25 Euro im Monat ist das möglich. So viel kann fast jeder (ein)sparen.

2. Ich habe keine Zeit.

Sicher: Zeit ist ein knappes Gut. Zeit ist auch Geld, und zwar in einem ganz überraschenden Sinn. Der US-Milliardär John D. Rockefeller hat einmal gesagt: „Lieber eine Stunde über Geld nachdenken als eine Stunde für Geld arbeiten.“
Angenommen, Sie könnten mit dieser einen Stunde 100 Euro einsparen oder 100 Euro mehr erwirtschaften – das wäre doch die Mühe wert? Und außerdem: Einen Fondssparplan auszuwählen und zu eröffnen, dauert bei der Sparkasse weniger als eine Stunde.

3. Das lohnt sich doch nicht.

Wir leben in einer Nullzinsphase. Da macht das traditionelle Sparen mit sicheren Anlagen wie Sparbuch und Festgeld tatsächlich keinen Spaß. Aber es gibt Auswege aus der Niedrigzinsfalle. Wer in Aktien investiert, geht damit zwar ein höheres Risiko ein, aber dem stehen auch höhere Ertragschancen gegenüber.
Von der Börse muss man dafür nicht unbedingt etwas verstehen. Setzen Sie einfach auf Ihren Sparkassenberater und Investmentfonds. Der Berater wählt mit Ihnen den richtigen Fonds aus. Der Fonds verteilt Ihr Geld und das vieler anderer Anleger auf viele Aktien. Dadurch sinkt das Risiko automatisch. Wobei Verluste dadurch nicht ausgeschlossen sind.

4. Ich werde eh nicht alt.

Die meisten Menschen unterschätzen die eigene Lebenserwartung. Wussten Sie, dass ein 27-jähriger Mann heute unter idealen Bedingungen im Durchschnitt 88 Jahre alt werden kann? Frauen leben sogar noch länger. Spielen Sie doch selbst einmal mit dem Lebenserwartungsrechner des Deutschen Instituts für Altersvorsorge. Dort können Sie Ihren persönlichen Wert in Abhängigkeit von Ihrem Lebenswandel ermitteln.

5. Ich erbe etwas.

Glückwunsch, dass Sie zu den Glücklichen gehören, die wirklich so viel erben, dass Sie sich keine Sorgen mehr um Ihre finanzielle Zukunft machen müssen. Die Regel ist das nicht: Die Hälfte der Erbschaften in Deutschland liegt unter 75.000 Euro, 38 Prozent sogar unter 25.000 Euro. Zu wenig für ein sorgenfreies Leben in Alter.
Auch wenn Sie mehr erwarten, sollten Sie für den Fall vorsorgen, dass Ihr Erbe wider Erwarten nicht an Sie geht oder sich durch unglückliches Handeln des Erblassers in Wohlgefallen auflöst. Das soll schon vorgekommen sein. Falls Sie dann doch erben, können Sie Ihr Erspartes ja zum Ausgleich ans Tierheim spenden oder eine Stiftung errichten. Auch dabei hilft Ihnen Ihre Sparkasse.

6. Ich werde Instagram-Star.

Selbst wenn Sie mit den Kurven von Kim Kardashian oder dem Waschbrettbauch von André Hamann gesegnet sind – die Chance, als Influencer von Konsumgüterherstellern pro Werbe-Post fünfstellige Beträge zu kassieren, sind verschwindend gering. Das gilt auch für YouTube. Auf eine Bibi im Beauty Palace kommen Zehntausende, die es vergeblich versuchen. Die Chance, mit regelmäßigem Sparen zu einem kleinen Vermögen zu kommen, ist deutlich größer.

7. Im Alter brauche ich ohnehin kein Geld, da mache ich ja keine Party mehr.

Dahinter steckt die Annahme, dass der Konsum im Alter zurückgeht. Schließlich, so das falsche Bild, sitzen Alte im Fernsehsessel oder sind bettlägerig.
Das wahre Leben sieht aber anders aus: Wir werden nicht nur immer älter, wir sind auch immer weniger bereit, im Alter unsere Ansprüche zurückzuschrauben. Rentner sind zunehmend fitter und agiler. Sie haben mehr Zeit, sie reisen mehr, sie genießen das Leben – und all das kostet Geld. Die Party geht weiter, nur eben nicht unbedingt auf dem Dancefloor.

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